Een Nachtrag to de Inweihung vun de Domkurie 8

von Anneliese Zabel

An’n 1, Oktober 2011 hem wi se fierlich inweiht. Völe Lue wiem koamen um doabi to sint. Wi von de Plattdütsche Singgrupp’ hem to de Kultur bitroagen und hem sungen von de schöne Heimat un ims’ Hoagelberg.

Doabi is mi in’t Gedächtnis koamen, dat ik dat Hus ja schon seit 1938 kennen do.

Miene Fründin un ik keemen Ostern 1938 in de Oberschool. Da wi ut Wulkau sind, söchten wi eene Pension.

De Schwester von miene Fründin wohnte bet doahen bi Frl. Hete Wünn in de Domhermstraße 8. Se har groat ehr Abi mokt und so würd een Platz fri. Aber ik mußte wierer söken, bet 9 Schöler wohnten doa.

Ik zog dann in de Nr. 3, nich wiet weg! Wi hem in de D8 oft Hausaufgaben tosoamen mokt orer Karten spölt or sungen usw. Tante Hete hett völ sungen mit uns. Dann hett se ok met uns Tanzstunde mokt, in de grote Stuv.

Uns Jahrgang har Tanzstunde bi de Tanzschool Schier ut Wittenberge. Nu hem de Afschlussball hat und wi wiem noch nich alle sicher mit de Dänz! De Jungs mußten ok lemen, lütte Strüß denn Damen to überreichen und sick denn Ellem vörtostellen. Se hett mit uns ok Tischsitten und Tischmanieren jeübt. Bi einigen wier dat ok nötig!
Tante Hete war sehr belesen und kultiviert.

Dat wiem Erlebnisse ut de Schooltiet.

Später heff ik mit mienen Mann sogar mal dort öwemacht’t. Noah denn Kriech.

De Besitzer Meta und Walter Jahnke wohnten in de D8. Vati Jahnke, wie wi em nannten, wier Lehrer in Hoagelberg und wier in’n Ruderverein. Ik heff völe Foahrten mit em mokt, so nach Rathenow, Rhinow usw. Noah denn Kriech würd he as Tweede Köster in Vehlgast insett. He keem mit denn Foahrrad jeden Tag. Dat würd aber bald to völ und he würd m Hoagelberg werer insett.

Ik wür denn siene Nachfolgerin, mößt Femstudium und Lehrerprüfung m Magdeburg aflegen.

Eenes Tages Wullen wi mit Onkel Pfister in den Harz fühm. Da sind wi een Dach vorher to Jahnkes fuhrt und hem da slopen. Morgens jing et denn los in den Harz. Ausgeruht hem wi de Fahrt überstanden.

Später wohnten Bekannte in eene Wohnung hoben, und wi würden inloaden un hem jeden Panz mitmoakt. De Stuv wier groot, so harren alle Platz.

1945 geef dat een Problem vor unsen ehemaligen Direktor von de Oberschool. He müßt siene Wohnung an de School verloaten und würd up den Boden in de D8 inwiesen. Sienen jeliebten Flögel hett keener hochholt. Dat hörte Friedrich Wilhelm Block. He schaffte Abhilfe.

He holte twee Dischler ran, de schraubten de Been af, sägten dat Treppenjeländer af, so dat Platz wier. So kriegten se em hoch. Vor Freud spölte he glieks de Hymne an de Freud un wier glücklich mit sienen jeliebten Flögel. In dat Hus schref he ok siene Memoiren un verschickte se an uns ehemalige Schöler.

So, dat wier de Erinnerung an dat baufällige Hus, dat hüt in’n niegen Glanz erscheint.

Intwischen wier ik schon bi eene Veranstaltung in de niege D8 west un süng nu doa jede Woch’ bi de Probe mit de Plattdütsche Singgrupp’.
Dat is een janz besünneret Jefohi for mi: Ik stoah nu vör de lange Trepp’, de ik as junget Mächen so oft hochgoahn bün, nu awer mit mien Rolli as olle Fru mit Gehbehinderung. Freut heff ik mi denn öwer denn Upzug, de mi oahn Möh noah boben bröcht hett un öwer de fründliche Oart, mit de uns Fru Schröter as niege
un singende Gäst’ upnoahmen hett.

Ik wünsch’ Fru Schröter un ehr’n Team noch völe gode Veranstaltungen un immer een läbennig Hus.

Zabel